Autorentipp – Charakter Management!

Wie gestalte ich einen Charakter?

Ich kenne nur zwei Möglichkeiten das zu tun. Die Erste, und von mir bevorzugte ist die sogenannte Schneeflocken-Methode. Bei ihr sind nur einige wenige Grunddaten des Protagonisten festgelegt – Geschlecht, körperliche Merkmale, Herkunft, evt.l noch Vorlieben und moralisch-ethische Gesinnung. Diese Vorgehensweise nutze ich auch um meine episch angelegten Geschichten zu schreiben. Wie die Bezeichnung Schneeflocken-Methode nahelegt, entwickelt sich die Handlung und der Protagonist mit dem Fortschreiten der Geschichte, Schicht für Schicht. Je nachdem, wie die Story voranschreitet, erfährt der Autor und der Leser neue Eigenschaften der Figuren. Jede Entscheidung, die der Autor trifft, beeinflusst das weitere Geschehen und die Reaktionen seiner Figuren. Das Spannende dabei ist, dass auch der Autor von seinen Charakteren überrascht wird. In gewisser Weise teilt er sich damit die Erfahrungen des Lesers, der die Helden bei ihren Abenteuern begleitet. Dadurch stellt sich auch erst im Laufe der Zeit heraus, welche Person in den Focus rückt. Oder anders ausgedrückt; welcher Held ins Licht oder in den Schatten tritt. Manchmal entwickeln sich aus Nebencharakteren spannende Figuren, die sich als überraschend vielschichtig, schillernd und interessant erweisen. Mich fasziniert dieser Aspekt des Schreibens, da er meinen Lebenserfahrungen am nächsten kommt, in denen sich unterschätzte Menschen als ungewöhnliche und faszinierende Zeitgenossen erwiesen haben. Aus diesem Grund bevorzuge ich diese Handhabung meiner Geschöpfe. Auch für die Gestaltung der Handlung stellte sich diese Methode für mich als die Attraktivste heraus.

Die zweite Vorgehensweise ist die Exposee-Methode. Sie eine eignet sich sowohl für groß angelegte, Romanreihen und fast ausschließlich für Kurzgeschichten, die kaum Spielraum für charakterliche Entwicklungen lassen. Bei ihr sind die eingangs erwähnten Grundeigenschaften des Protagonisten bekannt. Darüber hinaus, müssen auch seine Motive und die Beziehungen zu seinem Umfeld festgelegt sein, da sie die Grundlage für eine originelle oder spannende Handlung bilden, auf der das Augenmerk liegt. Da ich schon einige Kurzgeschichten für meine NOMADS Reihe oder für andere Verlage geschrieben habe, weiß ich, dass diese Methode die effektivste ist, wenn man sich Mühe, Ärger und böse Überraschungen sparen möchte. Da man weiß, wohin die ganze Story letztendlich hinführt, sollte alles soweit klar sein, dass sich Handlung, Held und Schurke, in die festgelegte Form fügen, ohne sie verbiegen zu müssen.


English

How do I create a character?

I know only two ways to do that. The first, and the one I prefer, is the so-called snowflake method. With this method only a few basic data of the protagonist are fixed – gender, physical characteristics, origin, maybe preferences and moral-ethical attitude. I also use this method to write my epic stories. As the name snowflake method suggests, the plot and the protagonist develop as the story progresses, layer by layer. As the story progresses, the author and the reader learn new characteristics of the characters. Every decision the author makes affects what happens next and the reactions of his characters. The exciting thing is that the author is also surprised by his characters. In a way, he shares the experiences of the reader who accompanies the heroes on their adventures. As a result, it is also only in the course of time that it becomes clear which person will come into focus. Or in other words; which hero steps into the light or into the shadow. Sometimes side characters develop into exciting figures that turn out to be surprisingly multi-layered, dazzling and interesting. I am fascinated by this aspect of writing, as it comes closest to my life experiences, in which underappreciated people have proven to be unusual and fascinating contemporaries. For this reason, I prefer this handling of my creatures. This method also turned out to be the most attractive for me in shaping the plot.

The second approach is the expose method. It is suitable both for large-scale novel series and almost exclusively for short stories that leave little room for character development. With this method, the basic characteristics of the protagonist mentioned at the beginning are known. In addition, his motives and the relationships to his environment must also be established, since they form the basis for an original or exciting plot on which the attention is focused. Having written several short stories for my Nomads series or for other publishers, I know that this method is the most effective if you want to save yourself trouble, hassle, and nasty surprises. Since you know where the whole story is ultimately going, everything should be clear enough so that plot, hero and villain, fit into the established mold without having to bend it.

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