DUNE – Book Review

Schon immer hat mich Dune – Der Wüstenplanet, von Frank Herbert fasziniert. Diese Faszination scheint auch bei anderen vorhanden, denn 2020 kam eine weitere filmische Fassung des Stoffes ins Kino. Schon 1983 versuchte sich David Lynch an der Romanvorlage. Der Streifen floppte an der Kinokasse. Für mich war das absehbar, denn die Filmfassung entspricht zwar sehr der Atmosphäre des Buches, ist aber als Film schwer umsetzbar. Warum? Darauf komme ich später.
Das Buch war eine wichtige Erfahrung für mich. Die ganze Reihe strahlt im Schreibstil und den Dialogen eine adelige Würde aus, die dem Epos, angesiedelt in einer feudalistischen galaktischen Gesellschaft, mehr als gerecht wird. Etwas, das den Dune-Romanen, von Kevin J. Anderson komplett fehlt, auch wenn er sich bemüht, Frank Herberts Vorgaben zu entsprechen.

Über die Romane

Viele empfinden die Romane als langatmig, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Natürlich wird im ersten Buch alles erst einmal mit Ruhe angegangen. Die Personen, ihr Umfeld und die politischen Verhältnisse. Allerdings wittert man überall Gefahr und Verrat, was das Ganze für mich wieder sehr faszinierend macht. Etliches spielt sich in den Gedankengängen und Überlegungen der Protagonisten ab, die sich der Existenz eines Verräters bewusst sind. Freude ziehe ich auch aus den vielen Details, die den Kosmos für mich fühlbar und erfahrbar machen. Die Nachricht an Lady Jessica geschrieben in einer Art Blindenschrift auf der Rückseite eines Blattes im Gewächshaus der Residenz auf Arrakis. Die Attentäter der Harkonnen, von denen sich einer mal für Wochen einmauern lässt, um Paul Atreides zu töten. Seine Geschichte bewegt sich zwischen den Motiven religiöser Gemeinschaften, wie den Bene Gesserit, der mächtigen Raumfahrergilde und den Machtbestrebungen fürstlicher Häuser. Das alles bietet genug spannende Twists, wie man es aus “Das Lied von Eis und Feuer“ kennt. Dune ist das Produkt der Sechziger. Herbert nutzt seine schriftstellerische Stärke und seine Erfahrungen während des 2. Weltkrieges, um Dune zu formen. Er füllt sein Epos mit realistischer Atmosphäre, die es greifbar und glaubwürdig machen.
Anders als die heute so beliebte Military SF, schildert Herbert keine Kämpfe. Jedenfalls tut er dies nicht über etliche Seiten hinweg, wie derzeit in vielen Büchern üblich, bei denen jeder Hieb und jedes Kampfmanöver “en Detail“ beschrieben werden. Herbert verlegt sich auf Dialoge und der Beschreibung politischer oder Winkelzüge oder religiöser Glaubenssätze. Immer wieder überschneiden sich religiöse Ziele mit den Planungen der Mächtigen. In den ersten drei oder vier Dune-Romanen, hält sich das alles noch die Waage, doch es zeichnet sich ab, das Frank Herbert zunehmend Freude daran findet, seine Protagonisten über des Propheten Bart diskutieren zu lassen. Ich möchte dabei auf die einzige Schwäche des Zyklus kommen, welche die Romane zu dialoglastig, intellektuell spitzfindig und für das Kino untauglich macht. In den Romanen ab Teil 5, überwiegen die philosophischen und intriganten Überlegungen der Protagonisten. Dialoge, deren Sinn sich erst bei mehrmaligem Lesen erschließt, oder deren Geheimnis, es nicht geschafft hat, sich auf den Seiten des Romanes zu manifestieren und in den Gedanken des Autors abgeblieben ist. Es kann natürlich spannend sein, die rätselhaften Omen im Text zu deuten, für das Kino ist das jedoch nichts.

Fazit

Wer Dune für das Kino adaptieren möchte, sollte sich auf die ersten 3 oder 4 Romane konzentrieren und sich hierbei die Freiheit nehmen, actiongeladene Szenen zu integrieren, die im Kontext denkbar sind.


English

I have always been fascinated from Dune, by Frank Herbert. This fascination seems to exist also with others, because in 2020 another cinematic version of the material came into the cinema. Already in 1983 Davis Lynch tried his hand at the novel. The film flopped at the box office. For me, this was foreseeable, because the film version, while very much in keeping with the atmosphere of the book, is difficult to realize as a film. Why? I’ll come to that later.
The book was an important experience for me. The whole series exudes an aristocratic dignity in the writing style and dialogue that more than does justice to the epic, set in a feudalistic galactic society. Something that is completely lacking in the Dune novels, by Kevin J. Anderson, even though he tries hard to follow Frank Herbert’s lead.

About the novels

Many find the novels to be lengthy, which I can’t quite understand. Of course, in the first book, everything is approached calmly at first. The characters, their environment and the political circumstances. However, one smells danger and betrayal everywhere, which makes the whole thing very fascinating for me again. Quite a bit takes place in the thought processes and reflections of the protagonists, who are aware of the existence of a traitor. I also derive pleasure from the many details that make the cosmos palpable and tangible to me. The message to Lady Jessica written in a kind of braille on the back of a leaf in the greenhouse of the residence on Arrakis. The assassins of the Harkonnen, one of whom once immured himself for weeks to kill Paul Atreides. His story moves between the motives of religious communities, like the Bene Gesserit, the powerful space guild and the power ambitions of princely houses. All this offers enough exciting twists, as you know it from „The Song of Ice and Fire“. Dune is the product of the sixties. Herbert uses his strength as a writer and his experiences during World War II to shape Dune. He fills his epic with realistic atmosphere that makes it tangible and believable.
Unlike the military SF so popular today, Herbert does not depict combat. At least, he does not do so over quite a few pages, as is currently common in many books, where every blow and every combat maneuver is described „en detail“. Herbert shifts to dialogues and the description of political or angle moves or religious beliefs. Time and again, religious goals intersect with the plans of the powerful. In the first three or four Dune novels, this all balances out, but it becomes apparent that Frank Herbert increasingly enjoys having his protagonists discuss the prophet’s beard. I would like to come to the only weakness of the cycle, which makes the novels too dialogue-heavy, intellectually pointed and unsuitable for cinema. In the novels from part 5 on, the philosophical and intriguing considerations of the protagonists predominate. Dialogues, the meaning of which becomes clear only after repeated reading, or the mystery of which has not managed to manifest itself on the pages of the novel and has remained in the mind of the author. Of course, it can be exciting to interpret the mysterious omens in the text, but for cinema it is nothing.

Conclusion

If you want to adapt Dune for the cinema, you should concentrate on the first 3 or 4 novels and take the liberty here to integrate action-packed scenes that are conceivable in the context.

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