GENERATIONSHIP-Weekly Online Novel Chapter 5

Mit GENERATIONSHIP-Weekly Online Novel, möchte ich die Geschichte von Leanna vorstellen. Einem Mädchen, das zu einer Prophetin berufen wird. Ihr Schiksal betrifft das Leben auf dem riesigen Generationen- Raumschiff ARGO, das sich auf dem Weg zu einer neuen Welt befindet. In den zehn Habitaten des Schiffes, in denen verschiedene Landschaften der irdischen simuliert werden, hat sich eine mittelalerliche Gesellschaftsform entwickelt. Drei Völker teilen sich diese Sphären. Menschen, Akkato und Oponi. Das Auftauchen einer Prophetin, begleitet von unerklärlichen Phänomenen am Sternenhimmel, löst unter all diesen Völkern Unruhe aus. Nicht wenige fürchten sich vor den Veränderungen, die vor ihnen liegen. Leanna trägt nun die Hoffnungen und die Ängste aller Bewohner der ARGO auf ihren Schultern. Eine Bestimmung die der jungen Frau das Leben kosten könnte…

With GENERATIONSHIP-Weekly Online Novel, I would like to introduce the story of Leanna. A girl who is called to be a prophetess. Her destiny affects the life on the giant generation spaceship ARGO, which is on its way to a new world. In the ten habitats of the ship, in which different landscapes of the terrestrial world are simulated, a medieval form of society has developed. Three species share these spheres. Humans, Akkato and Oponi. The appearance of a prophetess, accompanied by unexplainable phenomena in the starry sky, causes unrest among all these people. Not a few are afraid of the changes that lie ahead. Leanna now carries the hopes and fears of all the inhabitants of the ARGO on her shoulders. A destiny that could cost the young womans life…

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KAPITEL 5 – Leanna

LeannaDer alte, verfallene Turm war alles, was von der ehemaligen Burg Südwacht übrig geblieben war, die sich einst, achtzig Kilometer südlich der Feste von Doora, auf einem steilen Felsen in den Himmel erhob. Leanna saß auf einer der Turmzinnen und ließ die Beine über die Kante baumeln, während sie in die Ferne blickte. Rings um den grauen Fels lagen die Trümmer der Ruine verstreut, überwuchert von Büschen und Schlingpflanzen. Im Torhof, dessen Umrisse nur noch von kümmerlichen Mauerresten nachgezeichnet wurden, wuchsen hohe Bäume, deren Wipfel einige Meter unter Leannas Füssen in einer leichten Brise schwankten. Im Schatten ihrer Zweige gediehen Disteln, dichtes Dornengestrüpp, Farne und allerlei Unkraut. Ein Bienenstock wölbte sich unter dem ausladenden Ast einer Ulme und die Insekten summten grimmig, während sie von dort zu den Büschen mit ihren gelben Blüten hinüber flogen. Wie ein grüner Wall säumten die dornigen Pflanzen die verfallene Südmauer, von der nur noch ein Teil aufrecht stand.
Einige hundert Meter westlich der Ruine erhob sich ein flacher Hügel, der sich aus der weiten, grünen Ebene wölbte. Sein Buckel war von kleinen Häusern des Dorfes Utay gesprenkelt. Sie drängten sich mit ihren braunen Steinfassaden und den rötlichen Dächern an die Mauern der kleinen Burg, die mit zwei wuchtigen Türmen aus der Siedlung emporragte. Die Kupferdächer der winzigen Festung glänzten im Licht der Mittagssonne, wie poliertes Gold. Leannas älterer Bruder Rigan setzte alles daran, das kleine Dorf zu einer bedeutenden Siedlung zu machen, und hatte umfangreiche Baumaßnahmen angeordnet, um es zu verschönern und zu modernisieren. Er hatte einen angesehenen und kostspieligen Architekten angeworben, der, neben einigen Skandalen, auch für den Ausbau der Burg sorgte. Der Mann hieß Karan Ravino, galt als Genie und war bereit einige Jahre in der Provinz, fern ab der großen Städte zu verbringen. Leanna vermutete jedoch, dass die Nähe zu den Somniafeldern den ausschlaggebenden Reiz für diese Entscheidung gegeben hatte. Der Mann liebte es, die getrockneten Blüten zu rauchen oder zu essen. Den ganzen Tag konnte man ihn kauend oder eingehüllt in eine rötliche Qualmwolke in den Gassen der Siedlung sehen. Gut gelaunt und mit den Gedanken in weiten Sphären schwebend. Jedenfalls nach der verträumten Mine zu urteilen, die ihn zu einem der freundlicheren Menschen machte, die Leanna kannte.
Sie sah über die violetten Felder hinweg, die das Landschaftsbild um Utay und Südwacht prägten und auf denen zahllose Erntearbeiter die Somniablüten einsammelten. Die Menschen, in ihren weißen Gewändern und den großen Hüten gaben ein idyllisches und friedliches Bild ab, das den ein oder anderen Maler zu nett anzusehenden Kunstwerken inspiriert hatte. Ungeachtet dieser Beschaulichkeit mühten sich die Arbeiter unter der sengenden Junisonne ab, während Leanna, hier oben, auf der Turmspitze, den lauen Wind genoss, der ihr angenehm über das Gesicht strich. Über ihr wölbte sich der blaue Himmel, an dessen nördlichem Horizont, sich das Licht der neuen Sonne, als kleiner weißer Punkt durch den Dunst brannte. Dieser Stern, den alle nur Leannas Auge nannten, war bestimmend für ihr ganzes Leben geworden. Er zwang ihren Vater, sie ins Exil zu schicken und sich verborgen zu halten, wie eine Aussätzige. Das neue Gestirn hatte Oran San Brastak, den Kassar von Argo in den Wahn getrieben und ihn glauben gemacht, nur noch von Feinden umgeben zu sein. Seine Mordkommandos wüteten in ganz Bessay, Gamma und Deltay, wobei sie Angst und Schrecken verbreitet, bis sein Sohn Nerod San Brastak ihn abgesetzt und ebenfalls einen alten Turm gesperrt hatte; so wie Leannas Vater es mit ihr getan hatte. Nur war Leanna keine Mörderin und bei klarerem Verstand, als die meisten Menschen, die nach dem Erscheinen des “Auges“ zu Fanatikern geworden waren. Selbst die Sullyn, die treuesten Verbündeten des Kassar, sahen sich gezwungen, auf Abstand zu den Brastak zu gehen. Zweifel und Misstrauen prägten seither das Verhältnis zwischen den beiden Häusern, was andere, kleinere Fürsten dazu ermutigte, gegen die Oberherrschaft des Kassar aufzubegehren.
Leannas Vater geriet in all den Jahren mehr und mehr zwischen die Fronten und auch wenn es ihm gelang, das Schlimmste zu verhindern und einen brüchigen Frieden zwischen den ehemaligen Freunden zu bewahren, war er inzwischen selbst zum besten Konsumenten der Soma Droge geworden, die von den Doorays angebaut wurde, die den Süden von Bessay beherrschten. Oran Sen Dooray, der vor Leannas Geburt den Beinamen Der Stattliche trug, war mittlerweile zu einem hageren Männlein geschrumpft, der die Tage in seiner Burg, hinter zugezogenen Vorhängen verbrachte. Ebenso wie ihr Herr, dämmerte Whyst, die stolze Feste der Dooras, seither in einem düsteren Schlummer dahin. Whyst und der trübselige Schatten, den die Burg auf das Land warf, war wenigstens weit genug entfernt, um Leanna nicht aufs Gemüt zuschlagen.
Leannas Bruder Rigan, der inzwischen schon wie ein Douq angesehen wurde – ein Titel, der gleich nach dem des Kassar kam – tat indes alles, um seinen Einfluss auszuweiten und die Somaernte voranzutreiben. Ungewollt profitierte er vom Siechtum seines Vaters und Leanna wusste, dass er darunter litt, auch wenn andere ihm übermäßigen Ehrgeiz unterstellten und ihn für herzlos hielten. Die Menschen kannten ihren Bruder und die Verhältnisse in ihrer Familie zu wenig, als dass sie sich ein Urteil erlauben konnten. Rigan war streng zu sich selbst und wusste um seine Verantwortung. Das große Erbe und die damit verbundenen Herausforderungen waren viel zu früh auf seine Schultern geladen worden. Er hatte die Unbeschwertheit der Jugend schon vor der Zeit verloren und jegliche Fröhlichkeit eingebüßt. Die Momente, in denen er sich unbekümmert zeigte, waren selten und die Probleme, die ihm Ärger bereiteten, umso zahlreicher. Mittlerweile hatte auch er seinen Beinamen erhalten. Der Grimmige, nannte man ihn, was Leanna überhaupt nicht gefiel. Nichts konnte unzutreffender sein, als ihn so zu bezeichnen. Sie hielt sich jedoch bei allem zurück und äußerte nie ihre Meinung über ihren Bruder, ihren Vater oder den Kassar. Ganz egal wie ungerecht sie die Einschätzungen der Leute empfand, oder wie sehr sie sich über ihre Bemerkungen ärgerte. Niemand durfte erfahren, dass sie die Tochter des Douq war und es sich bei ihr um besagte Leanna handelte, die das Schicksal mit einem prophetischen Erbe belastet hatte. Ihr richtiger Name, den sie schon fast vergessen hatte, lautete Ria, aber sie nannte sich Leanna und gab sich als Dienstmädchen aus, die als Waise in den Dienst des Hauses Dooray aufgenommen wurde. Leanna durfte es nicht riskieren, die Beherrschung zu verlieren und es in Kauf nehmen, dass diese Maske verrutschte. Nur eine Handvoll Vertrauter wusste, wer sie wirklich war und das war schon ein zu großes Risiko. Im Dorf hingegen hatte niemand Ahnung davon, das sich die Tochter des Oran San Dooray unter ihnen verborgen hielt.
Leanna hasste den Stern, der Tag und Nacht sichtbar war, die Menschen verrückt gemacht hatte und das noch immer tat, indem er Wünsche und Visionen in die verbitterten Herzen pflanzte. Wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß, wie das um die Zeit ihrer Geburt und in den Tagen ihrer Kindheit gewesen war. Damals waren kriegerische Horden über das Land gezogen, die das nahende Weltenende verkündet und alles daran gesetzt hatten, die Kraft ihres Glaubens durch zahllose Blutopfer zu bestätigten. Die meisten dieser Gruppen führten Leannas richtigen Namen Ria im Munde, während sie ihre Gräueltaten verübten. Leanna hasste auch diese Menschen. Egal mit welchen Namen sie ihren blutigen Glauben bezeichneten und welche Gründe sie hatten, ihre Gräueltaten zu verüben. Es hatte Jahre gedauert, diese Verrückten aus Bessay, Gamma und Deltay zu vertreiben. Jetzt lebten sie in den Einöden, der unbewohnten Array und betrieben dort ihre Kulte. Ihr Bruder Rigan machte sich Sorgen darüber. Er hätte die religiösen Spinner zu gerne allesamt ausgerottet, bevor sie weiteres Unheil anrichten konnten. Aber die Menschen waren zu ausgelaugt und zu erschöpft, als dass er sie für neue Kriegszüge begeistern konnte. Leanna war das auch egal. Sie war nur glücklich darüber, tagsüber keinen Rauch mehr zu sehen, der von brennenden Siedlungen aufstieg. Oder das Flackern am Nachthimmel beobachten zu müssen, wenn die Fanatiker wieder ein Dorf in Flammen aufgehen ließen. Zumindest dieser Albtraum war vorüber. Ihr Bruder hatte ganze Arbeit geleistet.
Allerdings hatten die Aktivitäten der Menja wieder zugenommen, wenn man den Gerüchten glaubte. Zur Zeit gab es eine Menge Gerüchte über seltsame Wesen, die durch die Gegend streiften. Auf den Friedhöfen sollten die Toten umgehen und nachts in die Häuser der Lebenden eindringen. Jemand wollte einen Mannwolf gesehen haben oder einen Blutsäufer. Wie dem auch sei. Leanna fürchtete die eisernen Krieger des Kronos, mehr als jedes Gespenst. Sie war noch ein Kind gewesen, als sie einem von ihnen zum ersten Mal begegnet war. Leanna spielte gerade im hohen Ufergras eines Tümpels, in der Nähe von Whyst, als das Wasser plötzlich in Wallung geriet und hohe Wellen über ihre Füße spülten. Starr vor Schreck beobachtete sie, wie ein Dämon, in schwarzer Rüstung, aus dem dunklen Wasser stieg und mit weit ausholenden Schritten im Wald verschwand. Noch lange hörte sie das Brechen von Zweigen und das splitternde Krachen kleiner Bäume, die er auf seinem Weg zermalmte. Niemals danach war sie einer dieser Kreaturen wieder so nahe gekommen, wie an diesem Tag. Aber sie hatte viele von ihnen gesehen, als die Unruhen das Bessay-Array erschütterten. Manche Menschen behaupteten, die Menja hätten unsagbare Grausamkeiten begangen; schlimmere noch als die religiösen Eiferer. Doch andere sagten, sie hätten gar nichts getan und lediglich zugesehen, wie sich die Bewohner von Bessay gegenseitig abschlachteten. Wie auch immer; Leanna legte keinen Wert darauf ihnen wieder über den Weg zu laufen. Doch erst vor wenigen Tagen hatte sie erneut einen der Dämonen gesehen. Sie beobachtete ihn, wie er durch die blühenden Somafelder, auf einem der Hügel stakste, sich dann in die Lüfte erhob und unter lautem Donner nach Norden flog. Sie hatte ihm so lange nachgesehen, bis er nicht mehr zu erkennen und das Drachengebrüll verklungen war, dass seinen Flug begleitete. Doch das war nicht das Einzige, was Leanna zur Zeit beunruhigte. Angeblich wagten sich auch die Skars wieder öfter ans Tageslicht, nachdem sie vor drei Jahren, von ihrem Bruder und dessen Kriegern in die Flucht geschlagen wurden. Womöglich war es einer von ihnen, den der Dorfbewohner für einen Mannwolf gehalten hatte. Ein ganzes Heer dieser Monster war damals, bis auf wenige Kilometer südlich der Ruine, über das Hügelland herangerückt. Sie hatten die Felder verwüstet, einige Bauern getötet und ein Dorf namens Bris niedergebrannt. Besonders um das alte Ziku herum, schienen sie sich zu sammeln und machten Streifzüge durch die Wälder. Das Ziku war einmal ein Ort gewesen, an dem man direkt mit den Lords sprechen konnte, so hatte Leanna zumindest gehört. Vieles wusste man nicht über diese Gebäude, von denen es jeweils eines in den zehn Areys geben sollte. Der schlanke, silberne Turm war schon vor langer Zeit eingestürzt und hatte sämtliche Geheimnisse unter sich begraben, die einst hinter seinen Mauern verborgen gewesen sein mochten. Alic Ginster, der greise Haushofmeister, erzählte Leanna oft Spukgeschichten, die sich um das unheimliche Gemäuer rankten. Er meinte, es käme nicht von ungefähr, dass sich die Skars dort wohlfühlten.
„Ein Ort, der direkt in die Hölle führt“, mahnte er sie unentwegt und Leanna vermutete, dass es ihm irgendwie Spaß machte, sie zu ängstigen. „Junge Mädchen werden von seiner Macht angezogen und verschwinden in dunklen Labyrinthen tief unter seinem Fundament. Aber manchmal kommen sie wieder. Anders. Entstellt. Bösartig. Wiedergänger. Präge dir das Wort gut ein. Wiedergänger.“
Das war noch das Harmloseste, was er über das Ziku zu sagen hatte. Leanna bemühte sich, die anderen Geschichten zu vergessen, aber sie schlichen sich in ihre schlimmsten Albträume. Doch im Gegensatz dazu waren die Skars Realität und auch mit diesem Problem hatte sich ihr Bruder auseinanderzusetzen.
Es gab auch noch andere, die gerne Spukgeschichten erzählten. Eris Briddle, zum Beispiel. Der alte Wärter, der sich auch um die Ruine kümmerte und hin und wieder den ein oder anderen Bereich des Gemäuers absperrte, erzählte oft von Begegnungen mit den grässlichen Wesen. Begegnungen, von denen er behauptete, sie erst kürzlich gehabt zu haben. Der Mann war über sechzig, aber noch rüstig genug, um sich seiner Haut zu wehren. Er trug einen armlangen Knüppel mit eiserner Spitze bei sich, der von einem breiten Ledergürtel hing, der eine schwarze Kutte zusammenhielt. Briddle war von kräftiger Statur und keineswegs verlegen darum, sich hin und wieder mit den jungen Tunichtguten von Utay anzulegen. Er wusste mit Schwert und Keule umzugehen, nahm regelmäßig an den Wettkämpfen teil, die Rigan veranstaltete und befand sich immer unter den besten Zehn.
Hin und wieder tauchte der alte Wärter auf, um Leanna aus der Burgruine zu verscheuchen, auf deren Zinnen sie sich so gerne herumtrieb. Und als hätte der Gedanken an das alte Raubein ihn herangelockt, hörte sie Briddles Stimme zu ihr heraufschallen.
„Runter da!“, schrie er aus Leibeskräften. „Verdammtes Gör! Ich will nicht, dass du dir den Hals brichst.“
„Warum nicht?“, rief Leanna frech zurück. „Dann bist du mich und deine Probleme los.“
„Denkst du, ich geb auch nur ein Gramm Scheiße auf das, was mit dir passiert?“ Er stemmte die dicken Fäuste in die Hüften. „Ich will nur nicht aufgeknüpft werden, wenn dir was passiert. Dein Bruder würde mir die Seele aus dem Leib prügeln.“
„Wenn du es zulässt? Ich hatte dich bis jetzt nicht für einen Schwächling gehalten.“
„Ich komm gleich zu dir rauf und dann wirst du schon sehen.“
„Scheint beinahe so, als hätte ich gerade einen mutigen Mann aus dir gemacht. Aber warum brüllst du hier so herum, dass ich Rigans Schwester bin. Hast du dich umgesehen, dass sonst niemand hier ist?“
Er stutzte einen Augenblick. Briddle gehörte zu denen, die um Leannas Herkunft wusste. „Brauch ich nicht. Hier hat jeder genug zu tun und hat keine Zeit sich herumzutreiben, wie du.“
Der alte Wärter hob einen Stein auf und warf ihn nach Leanna. Der Wurf war ungezielt und nicht ernst gemeint, aber er schlug immerhin eine kleine Kerbe in das Gemäuer, knapp unter ihren Stiefelsohlen.
„Das nächste Mal treffe ich“, drohte der Alte und hob einen weiteren Stein auf. „Dein Bruder wird mir eine kleine Schramme schon verzeihen, aber wenn ich dir damit die Nase breche, wird sich meilenweit kein Bräutigam mehr für dich finden.“
Noch legte Leanna keinen Wert darauf, einem Bräutigam zu begegnen, obwohl sie schon neunzehn war und es genügend jüngere Mädchen gab, die schon Kinder hatten. Aber sie wollte sich auch keine Chance verderben. „Das Argument ist gut“, gab sie zurück und stellte sich auf die Zinne, wobei Briddle der Schreck sichtbar durch die Glieder fuhr. „Selbst für einen so vertrockneten alten Kerl wie dich, der sich an seine besten Zeiten bestimmt kaum noch erinnern kann. Wahrscheinlich wusstest du garnicht ,was du da sagst. Ist bei alten Leuten so. Die vergessen wer und was sie sind.“

Eris Briddle begleitete Leanna zurück nach Utay. Das war ungewöhnlich. Normalerweise hielt er ihr, wenn überhaupt, eine Standpauke und kümmerte sich nicht weiter um sie. Schon allein um den Verdacht abzuwenden, sie könnte wichtiger sein, als Rigan es den Leuten weismachte. Jetzt aber wich er ihr nicht von der Seite. Leanna schloss daraus, dass er auf Befehl ihres Bruders handelte. Es beunruhigte sie, aber sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, und setzte alles daran, den Alten mit Sticheleien aus der Reserve zu locken. Entweder war sie doch zu beunruhigt und ließ es an gewohntem Witz mangeln oder Briddle hörte nur mit halben Ohr auf ihre Bemerkungen. Er gab zumindest nichts über seinen Auftrag preis, doch immer wieder wanderte sein nervöser Blick zum Wald hinüber. Seine Mine wirkte grimmig und konzentriert.
Der alte Wärter führte Leanna in den Thronsaal, wo sich ihr Bruder über einen schweren Holztisch beugte und die Karten studierte, die darauf ausgebreitet waren. Als er endlich aufblickte und Leanna ansah, lag in seiner Mine genau der Ausdruck, der ihm seinen Namen beschert hatte.
„Ich nehme an“, sagte Leanna gereizt, „dass du es gewesen bist, der mir den schönen Nachmittag verdorben hat.“
Mit einen kurzen Wink entließ Rigan den Wärter und setzte sich auf die Tischkante. „Ich will nicht, dass du dich von der Burg entfernst.“
„Wegen der Skars?“, fragte Leanna.
„Sie sind nicht der einzige Grund“, antwortete er. „Heute Morgen haben die Ernter wieder einen Majar gesehen.“
Offenbar war Leanna nicht die Einzige, die ein Auge für die Dämonen hatte. „Und jetzt soll ich mich verstecken.“
„Ich würde dich in das tiefste Verlies sperren lassen, wenn ich dich dadurch schützen könnte“, gab er in ungewöhnlich strengem Ton zurück. „Du wirst die Festung, bis auf Weiteres, nicht verlassen.“
„Ich weiß, dass sich die Skars in den Wäldern um das Ziku sammeln“ sagte sie, aber das war auch schon alles, was sie darüber in Erfahrung gebracht hatte.
„Wer hat dir das erzählt?“, verlangte Rigan zu wissen.
„Ich habe auch meine Quellen“, antwortete sie. „Außerdem habe ich gute Augen und Ohren.“ Ihre Informationen waren nur dürftig, aber es gefiel ihr, Rigan zu verunsichern. Sie wusste lediglich, wie leicht die Dörfler zu verängstigen waren und natürlich machten sie sich Sorgen, über die sie nur all zu gerne lamentierten. Sie machten sich im Grunde genommen immer Sorgen und kannten nur wenig andere Gesprächsthemen. Aber man hätte es bemerkt, wenn ein Heer dieser Kreaturen gegen Norden ziehen würde, überlegte sie. Unter den Leuten gab lediglich Gerüchte, mehr nicht. Und auch Rigan schien sein Handeln nur auf Vermutungen zu gründen.
„Die Ernter sind alle auf den Feldern“, wunderte sich Leanna. „Wenn wirklich Gefahr bestünde, hättest du es nicht erlaubt, dass sie weiterarbeiten. Darf ich wissen, was wirklich dahinter steckt?“
„Die Ernte ist wichtig“, antwortete er. „Ich würde die Sammler nicht zurückholen, selbst wenn eine Armee von Skars und Menja unterwegs wäre.“
„Das sagst du nur so. Du bist kein Unmensch, wie Akur oder Mora.“ Die beiden Gutsbesitzer, die ihre Arbeiter immer wieder um ihren Lohn prellten, waren ihr zuwider. Einmal hatte sie vor den beiden fetten Brüdern ausgespuckt und sich den Tadel ihres Lehrers eingehandelt. Eine Dame aus hohem Hause würde sich nicht zu so verächtlichem Gebaren hinreißen lassen, meinte er damals. Das war Jahre her und Leanna noch immer keine Dame mit feiner Etikette. Egal. Sie befand sich nicht am Hof des Kessar, wo man die Muse hatte, sich derartigen Albernheiten hinzugeben.
Rigan seufzte. „Ich muss ein Land wieder aufbauen und tausende von Witwen und Waisen versorgen. Die Einnahmen aus der Somniaernte sind unentbehrlich. Ein paar Risiken muss ich eingehen.“
„Dann hast du Angst um mich.“ Diese Feststellung war unnötig. Sie wusste, dass Rigan alles tat, um sie zu schützen. Er hatte sie vor den Fanatikern bewahrt und durch seine erfolgreichen Feldzüge dafür Sorge getragen, dass man sie nie wieder behelligen würde.
„Ich will, dass du die Festung für ein paar Tage nicht verlässt“, fuhr Rigan fort. „Der Hufschmied hat viel Arbeit und kann deine Hilfe brauchen. Es wird also nicht auffallen, wenn du die Burg nicht verlässt.“
„Sind Schnüffler unterwegs?“ Vor zwei Jahren waren die Spione irgendeiner religiösen Gruppe nach Utay gekommen, um Leanna zu entführen. Sie hatten sich als Händler ausgegeben und versucht Kontakte zu knüpfen, die bis in die Festung reichten. Rigan hatte sie enttarnt und irgendwie verschwinden lassen, ohne Aufsehen zu erregen.
„Besser du weist nicht zu viel“, lenkte Rigan ab. „Was ich dir gesagt habe, muss genügen.“
Es hatte keinen Sinn weiter mit ihm zu diskutieren. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er sich nicht auf Debatten einließ, wenn er einmal eine Entscheidung getroffen hatte. Und sie würde sich fügen, wie sie das immer tat. Leanna fragte sich unwillkürlich, wie lange sie dieses Leben noch ertragen konnte. Es gab zwar nur wenige Frauen, die über ihr eigenes Leben bestimmen konnte, aber Leanna war die Erbin eines Douq und mündig. Es sollte selbstverständlich sein, dass sie tun und lassen konnte, was immer sie wollte.
Leanna beschloss, ihrem Bruder keinen Ärger zu bereiten. „Ich werde mich beim Stallmeister melden und mich nützlich machen.“


Chapter 5 – Leanna

LeannaThe old, dilapidated tower was all that remained of what had once been Southwacht Castle, rising into the sky on a steep cliff eighty kilometers south of Doora’s stronghold. Leanna sat on one of the tower’s battlements, dangling her legs over the edge as she gazed into the distance. All around the gray rock lay the rubble of the ruin scattered, overgrown with bushes and creepers. In the gate courtyard, its outlines traced only by puny remnants of wall, tall trees grew, their tops swaying in a light breeze a few feet below Leanna’s feet. In the shade of their branches thrived thistles, dense thorny undergrowth, ferns, and all manner of weeds. A hive of bees arched under the overhanging branch of an elm, and the insects buzzed grimly as they flew from there to the bushes with their yellow blossoms. Like a green rampart, the thorny plants lined the dilapidated south wall, only part of which still stood upright.
A few hundred meters west of the ruins, a flat hill rose from the vast green plain. Its hump was dotted with small houses of the village of Utay. With their brown stone facades and reddish roofs, they huddled against the walls of the small castle, which rose from the settlement with two massive towers. The copper roofs of the tiny fortress gleamed in the light of the midday sun, like polished gold. Leanna’s older brother, Rigan, was doing everything he could to make the small village a major settlement, and had ordered extensive construction to beautify and modernize it. He had hired a respected and expensive architect who, in addition to causing a few scandals, saw to the expansion of the castle. The man’s name was Karan Ravino, he was considered a genius and was willing to spend some years in the province, far from the big cities. Leanna suspected, however, that the proximity to the Somnia fields had been the decisive attraction for this decision. The man loved to smoke or eat the dried flowers. All day long he could be seen chewing or wrapped in a reddish cloud of smoke in the alleys of the settlement. In a good mood and with his thoughts floating in far spheres. At least, judging by the dreamy mine that made him one of the friendlier people Leanna knew.
She looked out over the purple fields that dominated the landscape around Utay and Southwacht, where countless harvesters gathered the somnias. The people, in their white robes and large hats, presented an idyllic and peaceful picture that had inspired one or two painters to create nice-looking works of art. Regardless of this tranquility, the workers toiled under the scorching June sun, while Leanna, up here on the spire, enjoyed the balmy breeze that brushed pleasantly across her face. Above her, the blue sky arched, on whose northern horizon, the light of the new sun, as a small white dot burned through the haze. This star, which everyone only called Leanna’s eye, had become decisive for her whole life. It forced her father to exile her and keep her hidden, like a leper. The new star had driven Oran San Brastak, the Kassar of Argo, mad and made him believe that he was surrounded only by enemies. His murder squads raged throughout Bessay, Gamma, and Deltay, spreading fear and terror until his son Nerod San Brastak deposed him and locked him in an ancient tower as well; just as Leanna’s father had done to her. Only, Leanna was not a murderer and was of clearer mind than most of the people who had become fanatics after the appearance of the „Eye“. Even the Sullyn, the Kassar’s staunchest allies, felt compelled to keep their distance from the Brastak. Doubt and distrust have characterized the relationship between the two houses ever since, encouraging other, smaller lords to rebel against the Kassar’s overlordship.
Leanna’s father got more and more caught between the fronts during all these years and even if he managed to prevent the worst and keep a fragile peace between the former friends, he himself had become the best consumer of the Soma drug grown by the Doorays who ruled the south of Bessay. Oran Sen Dooray, who before Leanna’s birth had been called The Handsome One, had shrunk to a gaunt little man who spent his days in his castle, behind drawn curtains. Like its lord, Whyst, the proud stronghold of the Dooras, had been dozing in a gloomy slumber ever since. Whyst and the gloomy shadow that the castle cast over the land were at least far enough away not to affect Leanna’s mind.
Leanna’s brother Rigan, meanwhile, who was already regarded as a douq – a title that came just after that of Kassar – did everything he could to expand his influence and advance the soma harvest. Unwittingly, he profited from his father’s infirmity and Leanna knew that he suffered from it, even if others accused him of excessive ambition and considered him heartless. People knew her brother and the conditions in her family too little to pass judgment. Rigan was strict with himself and knew his responsibilities. The great inheritance and the challenges that came with it had been loaded on his shoulders far too soon. He had lost the lightheartedness of youth before time and forfeited all cheerfulness. The moments when he was carefree were rare and the problems that caused him trouble were all the more numerous. In the meantime, he had also received his nickname. The Grim, they called him, which Leanna did not like at all. Nothing could be more inaccurate than calling him that. However, she held back on everything and never expressed her opinion about her brother, her father or the Kassar. No matter how unfair she felt people’s assessments were, or how much she resented their remarks. No one was allowed to know that she was the daughter of the Douq and that she was the said Leanna, whom fate had burdened with a prophetic inheritance. Her real name, which she had almost forgotten, was Ria, but she called herself Leanna and pretended to be a maid who had been taken into the service of the House of Dooray as an orphan. Leanna could not risk losing her temper and allow this mask to slip. Only a handful of trusted people knew who she really was, and that was already too much of a risk. In the village, however, no one knew that the daughter of Oran San Dooray was hiding among them.
Leanna hated the star that was visible day and night, that had driven people crazy and still did, planting wishes and visions in bitter hearts. Though not to the extent it had been around the time of her birth and in the days of her childhood. At that time, warlike hordes had roamed the land, proclaiming the approaching end of the world and doing their utmost to confirm the power of their faith through countless blood sacrifices. Most of these groups mouthed Leanna’s real name, Ria, as they perpetrated their atrocities. Leanna hated these people, too. No matter what names they called their bloody beliefs and what reasons they had for committing their atrocities. It had taken years to drive these madmen out of Bessay, Gamma and Deltay. Now they lived in the wastelands, the uninhabited Array, and practiced their cults there. Her brother Rigan was worried about it. He would have liked to wipe out the religious nutcases before they could do any more harm. But the people were too worn out and exhausted for him to inspire them for new war campaigns. Leanna didn’t care either. She was just happy to see no more smoke rising from burning settlements during the day. Or having to watch the flickering in the night sky as the fanatics set another village ablaze. At least that nightmare was over. Her brother had done a good job.
However, the activities of the Menja had increased again, if one believed the rumors. At the time, there were a lot of rumors about strange beings roaming the area. In the cemeteries, the dead were said to go around and invade the homes of the living at night. Someone wanted to have seen a man-wolf or a blood-drinker. Be that as it may. Leanna feared the iron warriors of Kronos, more than any ghost. She had been just a child when she had first encountered one of them. Leanna was playing in the high bank grass of a pond, near Whyst, when the water suddenly surged and high waves washed over her feet. Stiff with fright, she watched as a demon, in black armor, rose from the dark water and disappeared into the forest with long strides. For a long time she could still hear the breaking of branches and the splintering crash of small trees, which he crushed on his way. Never afterwards had she come as close to one of these creatures as she did that day. But she had seen many of them when the riots shook the Bessay Array. Some people claimed that the Menja had committed unspeakable atrocities; worse even than the religious zealots. But others said they had done nothing at all and merely watched as the people of Bessay slaughtered each other. However, Leanna did not want to run into them again. But only a few days ago she had seen one of the demons again. She watched him as he stalked through the blooming soma fields, on one of the hills, then rose into the air and flew north with loud thunder. She had watched him until he was no longer recognizable and the dragon roar that accompanied his flight had faded. But that was not the only thing that worried Leanna at the moment. Supposedly, the skars were also venturing out into the daylight again, after being put to flight by her brother and his warriors three years ago. Possibly it was one of them that the villager had mistaken for a man-wolf. A whole army of these monsters had come across the hill country then, all but a few kilometers south of the ruins. They had ravaged the fields, killed some farmers, and burned down a village called Bris. Especially around the old ziku, they seemed to gather and made forays through the woods. The Ziku had once been a place where one could speak directly with the lords, or so Leanna had heard. Not much was known about these buildings, of which there was supposed to be one in each of the ten areys. The slender silver tower had collapsed long ago, burying all the secrets that might once have been hidden behind its walls. Alic Ginster, the aged steward, often told Leanna haunted stories about the eerie walls. He said it was no coincidence that the Skars felt at home there.
„A place that leads straight to hell,“ he admonished her steadfastly, and Leanna suspected that he somehow enjoyed frightening her. „Young girls are drawn to its power and disappear into dark labyrinths deep beneath its foundation. But sometimes they come back. Different. Disfigured. Malevolent. Revenants. Memorize the word well. Revenant.“
That was the most harmless thing he had to say about the Ziku. Leanna tried to forget the other stories, but they crept into her worst nightmares. But in contrast, the skars were a reality and her brother had to deal with that problem as well.
There were others who liked to tell haunted stories. Eris Briddle, for example. The old caretaker, who also looked after the ruins and from time to time closed off one or another area of the walls, often told of encounters with the ghastly creatures. Encounters he claimed to have had only recently. The man was over sixty, but still spry enough to resist his skin. He carried an arm-length iron-tipped club that hung from a wide leather belt that held together a black cowl. Briddle was of sturdy build and not at all embarrassed to tangle now and then with the young rapscallions of Utay. He knew how to handle sword and mace, regularly took part in the competitions organized by Rigan and was always among the best ten.
Every now and then, the old guard would show up to scare Leanna out of the castle ruins, on whose battlements she loved to hang out. And as if the thought of the old roughneck had lured him in, she heard Briddle’s voice echoing up to her.
„Get down from there!“ he yelled at the top of his lungs. „Damn brat! I don’t want you to break your neck!“
„Why not?“ shouted back Leanna cheekily. „Then you’re rid of me and your problems.“
„You think I give an ounce of shit about what happens to you?“ He thrust his fat fists into his hips. „I just don’t want to get strung up if something happens to you. Your brother would beat my soul out of me.“
„If you’ll let me? I didn’t think you were a weakling until now.“
„I’ll come up to you in a minute and then you’ll see.“
„Seems almost like I just made a brave man out of you. But why are you yelling around here that I’m Rigan’s sister. Have you looked around to see that no one else is here?“
He paused for a moment. Briddle was among those who knew about Leanna’s background. „Don’t need to. Everyone here has enough to do and doesn’t have time to hang around like you do.“
The old guard picked up a stone and threw it at Leanna. The throw was not aimed and not meant seriously, but at least it made a small notch in the masonry, just under the soles of her boots.
„I’ll hit you next time,“ the old man threatened, picking up another stone. „Your brother will forgive me a little scratch, but if I break your nose with this, there won’t be a groom for you for miles.“
Leanna did not yet attach any importance to meeting a groom, although she was already nineteen and there were enough younger girls who already had children. But she didn’t want to spoil any chances either. „You make a good point,“ she returned and stood on the battlements, shock visibly coursing through Briddle’s limbs. „Even for a dried-up old guy like you, who I’m sure can barely remember his best days. You probably didn’t even know what you were saying. That’s the way it is with old people. They forget who and what they are.“

Eris Briddle accompanied Leanna back to Utay. That was unusual. Normally he gave her a telling off, if at all, and didn’t bother with her any further. If only to avert the suspicion that she might be more important than Rigan made people believe. Now, however, he did not leave her side. Leanna concluded that he was acting on her brother’s orders. It worried her, but she tried not to let on and did everything she could to draw the old man out with teasing. Either she was too worried and lacked her usual wit, or Briddle was only half listening to her remarks. At least he didn’t reveal anything about his mission, but every now and then his nervous gaze wandered over to the forest. His expression seemed grim and concentrated.
The old guard led Leanna into the throne room, where her brother was bent over a heavy wooden table, studying the maps spread out on it. When he finally looked up and looked at Leanna, there was the very expression in his mine that had earned him his name.
„I suppose,“ Leanna said irritably, „that it was you who spoiled my lovely afternoon.“
With a quick wave, Rigan dismissed the guard and sat on the edge of the table. „I don’t want you to move away from the castle.“
„Because of the skars?“ asked Leanna.
„They are not the only reason,“ he replied. „This morning the harvesters saw another majar.“
Apparently Leanna wasn’t the only one with an eye for the demons. „And now I’m supposed to hide.“
„I would have you locked in the deepest dungeon if it meant I could protect you,“ he returned in an unusually stern tone. „You will not leave the fortress until further notice.“
„I know that the skars gather in the woods around the ziku“ she said, but that was all she had learned about it.
„Who told you that?“ demanded Rigan to know.
„I have my sources, too,“ she replied, „plus I have good eyes and ears.“ Her information was sketchy, but she liked making Rigan uncomfortable. All she knew was how easily the villagers were frightened, and of course they worried, which they were only too happy to lament about. They were basically always worrying and knew little else to talk about. But it would have been noticed if an army of these creatures were heading north, she reflected. There were only rumors among the people, nothing more. And Rigan, too, seemed to base his actions only on conjecture.
„The harvesters are all in the fields,“ Leanna wondered. „If there was really danger, you wouldn’t have allowed them to continue working. May I know what is really behind this?“
„The harvest is important,“ he replied. „I wouldn’t bring back the gleaners even if there was an army of Skars and Menja on the way.“
„You’re just saying that. You are not an inhuman, like Akur or Mora.“ She disliked the two landowners who were always cheating their workers out of their wages. Once she had spat in front of the two fat brothers and earned the rebuke of her teacher. A lady from a high house would not allow herself to be carried away by such contemptuous behavior, he said at the time. That was years ago and Leanna was still no lady of fine etiquette. No matter. She was not at the court of Kessar, where one had the muse to indulge in such silliness.
Rigan sighed, „I have a country to rebuild and thousands of widows and orphans to care for. The income from the Somnia harvest is indispensable. Some risks I have to take.“
„Then you are afraid for me.“ This statement was unnecessary. She knew that Rigan was doing all he could to protect her. He had saved her from the fanatics and, through his successful campaigns, had ensured that she would never be troubled again.
„I don’t want you to leave the fortress for a few days,“ Rigan continued. „The blacksmith has a lot of work and can use your help. So it won’t be noticeable if you don’t leave the castle.“
„Are there any snoops on the way?“ Two years ago, the spies of some religious group had come to Utay to kidnap Leanna. They had posed as merchants and tried to make contacts that reached into the fortress. Rigan had unmasked them and somehow made them disappear without attracting attention.
„Better you don’t know too much,“ Rigan deflected. „What I’ve told you will have to do.“
There was no point in arguing with him further. She knew him well enough to know that he didn’t get involved in debates once he had made a decision. And she would comply, as she always did. Leanna involuntarily wondered how much longer she could endure this life. While there were few women who could control their own lives, Leanna was the heiress of a Douq and of age. It should go without saying that she could do whatever she wanted.
Leanna decided not to cause trouble for her brother. „I will report to the stable master and make myself useful.“

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