Star Wars, The Boys und Eastwood vs. Woke – Political Correctness

Star Wars, The Boys und Eastwood vs. Woke – Political Correctness

Natürlich bin ich dafür, dass niemand durch meine Ausdrucksweise und Handlungen wegen seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht, seiner Körperlichen oder geistigen Behinderung, noch seiner sexuellen Neigung diskriminiert wird. Ich denke, dass ich als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts vernünftig genug bin, um dieses respektvolle Verhalten an den Tag zu legen.

Das ist die eine Sache!

Die andere Sache betrifft Charaktere, die ich geschaffen habe, oder denen ich in Romanen und Filmen begegne. Ihnen gestehe ich zu, sich politisch unkorrekt zu verhalten. Das darf auch auf meine Helden oder Hauptprotagonisten zutreffen. Auch ihnen erlaube ich es, sich wie gewöhnliche Menschen zu verhalten. Fehlerhaft, unzulänglich, verbrecherisch. All das gehört zu einer interessanten Geschichte. Es ist richtig und stimmig, dass sich auch der Sympathieträger ab und an falsch verhält. Er kann sogar zum richtigen Bösewicht mutieren. All das gehört zum Leben und sollte sich in jeder guten Geschichte wiederspiegeln. Wiederspiegeln ist der richtige Begriff dafür, denn als Leser versucht man sich in den Figuren zu finden, zu erkennen. Je nach Veranlagung spiegelt der ein oder andere Protagonist die Persönlichkeit des Lesers wieder. Lässt man den Protagonisten erfolgreich sein oder durch die Hölle gehen, fühlen wir mit. Stürzt der Held und beginnt sich politisch unkorrekt zu verhalten, sollten wir abgestoßen sein. Unsere Reaktion darauf kann uns entlarven und den Spiegel vorhalten.

Natürlich wird man immer auf die ein oder andere belehrt oder lässt sich belehren. Das geschieht normalerweise freiwillig und ist unaufdringlich. Je talentierter ein Autor ist, umso spannender gestaltet sich diese Erfahrung und lässt sie passieren. Eine Art simuliertes Erleben, das mir zeigt, was für eine Person ich wirklich bin. Nicht umsonst gibt es unzählige Zitate, die den Gewinn des Lesens, mit einem Erleuchtungserlebnis gleichsetzen. Es macht als nicht nur Spaß, sondern bereichert uns spirituell und charakterlich.

Star Wars Woke Lessions

Ich konnte lange Zeit nichts mit dem Begriff Woke, oder Wokeness anfangen. Wokeness leitet sich von erwacht ab. Den Begriff Woke gibt es schon seit den 30er Jahren. Er bezeichnet  aktivistisches, bzw. militantes Eintreten für den Schutz von Minderheiten. Die Definition zeigt bereits, dass man hierbei gehörig über das Ziel hinausschießen kann. Inzwischen wird Woke zumeist von rechtsdenkenden Menschen abwertend benutzt, um alles zu beschreiben was nicht in ihr konservatives oder rechtsextremes Denkschema passt. Ich stimme weder extrem rechten noch extrem linken Ideologien zu. Ich will nicht mit dem Zeigefinger oder durch Indoktrination dazu bewegt werden meine Einstellung in die eine oder andere Richtung zu ändern. Wenn ich Handlungsbedarf erkenne, möchte ich das freiwillig tun und weder durch Druck, noch durch moralische Dauerberieselung dazu bewegt werden. Ich stelle fest, dass diese Art von moralisierendem Nieselregen inzwischen überhandnimmt. Star Wars ist seit einiger Zeit für diese Politik in den Focus gerückt. Ich habe mich lange gewehrt, diese Einflüsse zu sehen, die offenbar von Kathleen Kennedy ausgehen und sich immer stärker negativ auf laufende Produktionen auswirken. Bei The Book of Boba Fett hat es bei mir endlich Klick gemacht und bei Kenobi war die zersetzende Kraft ideologischen Drucks, der auf Drehbuchautoren sowie Regisseure ausgeübt wird, nicht mehr zu leugnen. Bestehende Handlungsstränge und geschriebene Drehbücher wurden umgeschrieben, damit man ein paar aufgesetzte, lästige Lektionen über starke Frauen und Ethnien einbauen kann und zerlegt nebenbei den einigermaßen stimmigen Plot.

Im Grunde genommen hat Lucas selbst damit angefangen, indem er Han Solo in einem Akt der Selbstverteidigung auf Greedo schießen lässt. Schwachsinn! Wie will man in einer Entfernung von unter einem Meter auf einen Schuss reagieren? Aber damit fing das Ganze unpassende, belehrende Woke-Getue an. Und ich benutzen den Begriff jetzt in abwertender Form, da ich bei der genannten Szene gezwungen werden soll, etwas gut zu finden, das völlig Blödsinnig ist und dem Charakter von Han Solo so gar nicht entspricht. Bei The Book of Boba Fett finden wir die unentwegte Vergewaltigung eines Antihelden. Hier ist Boba Fett nicht mehr der kalte, effektive Killer. Er hat noble Intensionen, und seine Bekehrung zum Guten muss unbedingt in den Plot hinein. OK. Die Idee ist nicht neu und auch nicht unbedingt schlecht. Sie hat sogar etwas Zeitloses und kommt ja auch bei Darth Vader vor. Aber warum hat man das alles nicht dramaturgisch besser und interessanter umgesetzt? Es hätte durchaus länger gehen können, um die Wandlung des Schurken glaubhaft zu machen. Stattdessen ist er von Anfang an irgendwie ein Guter, halbwegs frei von egoistischen Neigungen, die ihn skrupelloser erscheinen lassen könnten. Disney hat sich entschieden, dass eine Hauptfigur nun mal sympathisch sein muss.  Ich empfinde diese Art aufgesetzter Belehrung als gewaltsamen Übergriff. Er fühlt sich schlecht an und erzeugt eher ein Gefühl der innerlichen Abwehr. Sie macht eine Figur auch nicht erfolgreich und verhindert sogar sie legendär werden zu lassen. Boba Fett war legendär, als man nich nicht viel über ihn wusste. Seine Motive lagen im Dunkel. Ist er nur hinter dem Geld her? Liebt er die Jagd? Es gab vieles das man in die Figur hineininterpretieren konnte. Man konnte sehen, er ist cool, gerissen, schlau, effektiv und erfolgreich in dem was er tut. Eine simple Zeichnung, die diese Figur perfekt umrissen hat. Das hätte man doch beibehalten und um ein paar Eigenschaften erweitern können? Haben die Autoren bei Disney keine Fantasie?

Clint Eastwood in seiner Rolle als The Good, bzw. The Blond, in den Sergio Leone Western, ist das beste Beispiel für einen gelungenen Schurken. Er ist nicht komplett unsympathisch, aber er ist auch niemand zum kuscheln. Er versteht sein Handwerk, ist erbarmungslos und lächelt nie. Eine Ikone, die mittlerweile nicht vom Namen Clint Eastwood zu trennen ist. So etwas hätte ich auch für Boba Fett erwartet. Doch hier schlug die Wokeness, im schlechtesten Sinne zu und verlangte vom Zuseher etwas in Boba zu sehen das nicht da ist. Und wenn es denn da wäre, dann blähte man es so weit auf, bis der eigentliche Charakter dahinter verschwand. Schade!

Geht es besser? Geht es ohne Woke Belehrung?

Zu erwähnen ist die Serie The Boys. Hier geht man den radikal anderen Weg und hat damit berechtigterweise Erfolg. Der realistische Ton gewinnt die Zuseher, auch wenn diese öfters als nötig einen guten Magen brauchen, und überlässt es dem mündigen Bürger zu sympathisieren mit wem er will.

Damit möchte ich zum Ende kommen. Ich bin voll auf der Seite von politischer Correctness im realen Leben und im Umgang mit anderen. Woke hat seine Berechtigung, aber in der Kunst hat der belehrende Zeigefinger nichts verloren.

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Und hier der direkte Weg!

Star Wars, The Boys and Eastwood vs. Woke – Political Correctness

Of course I am in favor of not discriminating against anyone by my expressions and actions because of their ethnicity, gender, membership in a particular social class, physical or mental disability, nor sexual preference. I think that I, as an enlightened person of the 21st century, am reasonable enough to display this behavior.

That’s one thing!

The other thing concerns characters I have created or encounter in novels and movies. I allow them to behave in a politically incorrect way. This may also apply to my heroes or main protagonists. I also allow them to behave like human beings. Flawed, inadequate, criminal. All that is part of an interesting story. It is true that even the sympathetic character behaves wrongly. He can even mutate into a real villain. All this is part of life and should be reflected in every good story. Reflecting is the right term, because as a reader you try to find yourself in the characters. Depending on your disposition, one or the other protagonist reflects the personality of the reader. If one lets the protagonist succeed or go through hell, we feel with him. If the hero falls and begins to behave in a politically incorrect manner, we should be repulsed. Our reaction to this can expose us and hold up a mirror.

Of course, one is always lectured to or allows oneself to be lectured to in one way or another. This happens voluntarily and is therefore unobtrusive. The more talented an author is, the more exciting this experience becomes. A kind of simulated experience that shows me what kind of person I really am. Not for nothing there are countless quotes that equate the gain of reading, with an enlightenment experience. It is considered not only fun, but enriches us spiritually and character-wise.

Star Wars Woke Lessions

For a long time I could not do anything with the term Woke, or Wokeness. Wokeness is derived from awakened. The term wokeness has been around since the 1930s and refers to activist or militant advocacy for the protection of minorities. The definition already shows that it is possible to overshoot the target. In the meantime, woke is mostly used by right-thinking people in a pejorative way to describe everything that does not fit into their conservative or extreme right thinking scheme. I do not agree with extreme right or extreme left ideologies. I don’t want to be persuaded to change my attitude in one direction or the other by pointing or indoctrination. If I see the need for action, I want to do it voluntarily and not be moved to do so by pressure or by constant moralizing. I notice that this kind of moralizing drizzle is now rampant. Star Wars has been in the spotlight for this policy for some time. I have long resisted seeing these influences, which seem to emanate from Kathleen Kennedy and are having an increasing impact on ongoing productions. With The Book of Boba Fett, it finally clicked for me, and with Kenobi, the corrosive force of ideological pressure. exerted on screenwriters as well as directors, was undeniable. Existing storylines and written scripts are rewritten to include a few unwanted lessons about strong women and ethnicities, and incidentally dismantles the somewhat coherent plot.

Basically, Lucas started it himself by having Haben Solo shoot Greedo first in an act of self-defense. Bullshit! How do you expect to react to a shot at a distance of less than a meter? But that’s where all the cautionary woke stuff started. And I use the term now in pejorative form, because in the aforementioned scene I should be forced to find something good, which is completely nonsense and so not at all in line with the character of Han Solo. In The Book of Boba Fett we find the rape of an anti-hero. Here, Boba Fett is no longer the cold, effective killer. He has noble intentions, and his conversion to good absolutely has to be in the plot. OK. The idea isn’t new, but it’s not necessarily bad either. It even has something timeless about it and, after all, it also occurs in Darth Vader. But why wasn’t it dramaturgically better and more interesting? It could have been longer to make the transformation of the villain believable. Instead, he’s somehow a good guy from the start, semi-free of selfish tendencies that might make him seem more ruthless. But Disney has decided that, well, a main character has to be likable.  I find this kind of put-on lecturing to be a violent overreach. It feels bad and creates more of a sense of defensiveness. It also doesn’t make a character successful and even prevents them from becoming legendary. Boba Fett was legendary when you didn’t know much about him. You could see he was cool, cunning, smart, effective and successful at what he does. A simple drawing that perfectly outlined this character. Surely that could have been kept and expanded with a few traits? Do the writers at Disney have no imagination?

Clint Eastwood in his role as The Good, or The Blond, in the Sergio Leone westerns, is the best example of a successful villain. He’s not completely unlikeable, but he’s not someone to cuddle either. He knows his craft, is ruthless and never smiles. An icon that can’t be separated from the name Clint Eastwood. I would have expected something like that for Boba Fett, but here the wokeness struck, in the worst sense, and demanded that the viewer see something in Boba that isn’t there. And if it were there, then one inflated it so far, until the actual character disappeared behind it. Too bad!

Is it better? Can it be done without woke instruction?

The series The Boys is worth mentioning. Here one goes the radically different way and has thereby justifiably success. The realistic tone wins over the viewers, even if they need a good stomach more often than necessary, and leaves it to the mature citizen to sympathize with whom he wants.

With that, let me come to the end. I am fully on the side of political correctness in real life and in dealing with others. Woke has its justification, but in art the instructive index finger has lost nothing.

 

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